The Art of Inclusion – von Bareface Autistic Art

Rand-Notizen

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01.04.11 - 10.04.11 | Tapetenwerk, Leipzig

Rollen: Aussteller

Kunstart: Malerei

Projektart: Wanderausstellung

abgelegt in der Kategorie: Künstlerportrait

Tags: autism Autismus Bareface Gee Vero Inklusion

24.03.11

Angela Merkel und Gregor Gysi hängen zusammen rum, gleich daneben sind Sebastian Krumbiegel, Christian Führer und Udo Lindenberg. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich scheint ist auch so. Um auf Toleranz, Inklusion und Akzeptanz autistischer Menschen hinzuweisen, malte Gee Vero – selbst Autistin - „halbe“ Bilder, welche von mehr als 30 Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wissenschaft zu einem Ganzen vervollständigt wurden. Die Ausstellung “The Art of Inclusion” findet vom 01. bis 10. April 2011 im Leipziger Tapetenwerk statt. Die Werke werden anschließend zu Gunsten der Autismusambulanz Leipzig versteigert.

Flyer zur Vernissage

Die Künstlerin nutzt Gemeinschaftswerke um Inklusion zu verdeutlichen. Inklusion beschreibt den Zustand der Veränderung wenn verschiedene Kulturen oder Ansichten aufeinander treffen und sich gegenseitig verändern. Etwas Neues wird geschaffen. Die Hoffnung, dass Autismus in unserer Gesellschaft einen sichtbaren Platz einnehmen kann, akzeptiert und geachtet, nicht als Behinderung oder „anders“ abgetan wird, ist ihre Motivation für dieses Projekt. Seit April 2010 arbeitet sie bereits daran.

Ihr Engagement über dieses Projekt mehr Toleranz, Inklusion und Akzeptanz für autistische Menschen zu erreichen, beeindruckt mich sehr.“ äußerte sich Bundesministerin Ursula von der Leyen zu “The Art of Inclusion”. „Denn Sie können aufgrund eigener Erfahrungen am Besten nachvollziehen, wie wichtig es ist, dass Menschen mit Autismus überall einbezogen werden, sich mit ihren Fähigkeiten und Talenten einbringen können und sie wie selbstverständlich dazugehören.

Gee Vero, seit 1990 auch bekannt als Bareface, schrieb die vielen Mitwirkenden, die “The Art of Inclusion” mit ihrer Signatur, Malereien oder Sprüchen unterstützen, nur per Mail oder Post an. Telefonieren und persönliche Gespräche fallen ihr schwer, da sie das Asperger-Syndrom hat. Einzig Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung wurde sogar telefonisch kontaktiert. Wenn man mit ihr alleine spricht, fällt es überhaupt nicht auf. Sie kommt mit einem strahlenden Lächeln in den Raum und wirkt wie jeder andere Mensch auch. Sobald eine weitere Person den Raum betritt, ist dann schon eine gewisse Unruhe zu spüren. Ihre eigentliche Sprache sind ihre Bilder und mit dieser Ausdrucksform kommuniziert sie in ihrem Projekt mit den Unterstützenden und Mitmalenden. Die entstandenen Dialoge wiederum sprechen uns als Betrachter der Bilder an. Anfangs musste sie sich noch daran gewöhnen, ihre Bilder zerschneiden zu müssen und andere Menschen hinein malen zu lassen. Mit der Zeit hat sich sich aber daran gewöhnt. Inklusion kann eben auch weh tun. Wenn wir alle unsere Augen öffnen und den Schritt nach vorn wagen, werden wir aber feststellen, dass ihr Anliegen nicht nur eine Illusion, sondern vielleicht bald Realität ist.

Alle Werke werden ab dem 2. April - dem Weltautismustag - bis zum Ende der Ausstellung auf ebay versteigert. Die Erlöse kommen der Autismusambulanz Leipzig zu Gute. Dort wird auch ihr sechsjähriger Sohn Elijah behandelt. Er hat frühkindlichen Autismus, spricht nicht und ist doch ein Kämpfer - wie seine Mutter. Um ihren eigenen inneren Kampf nicht zu erschweren wird die Vernissage nicht groß angekündigt. An allen anderen Tagen darf und soll die Ausstellung in Scharen besucht werden.

“The Art of Inclusion” ist vom 1. bis 10. April 2011 im Tapetenwerk, Lützner Straße 91, 04177 Leipzig, von Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 19 Uhr zu bestaunen. Ein Bild von mir ist auch mit dabei.

co-gezeichnetes Art of Inclusion-Bild

Update, 17.11.15

Die Arbeiten wurden nicht alle versteigert. Stattdessen tourt Gee Vero seit einigen Jahren mit ihrer nach wie vor wachsenden Wanderausstellung durch zahlreiche Städte Deutschlands und gibt dort teilweise auch Workshops.

Weitere Ausstellungsorte waren zum Beispiel:

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